Trinken wir einen Kaffee?
Beziehungen

Trinken wir einen Kaffee?


Das ist ein Satz, der mir ähnlich geläufig ist, wie das klassische «Wie gehts dir?». Und ich gebe zu, die Kaffeemaschine ist einer meiner Lieblingsorte im Büro. Es ist für mich nicht primär eine Getränkemaschine, sondern ein Ort der Begegnung. Ein Ort, an dem für mich oft nicht weniger als der Grundstein für erfolgreiche Projekte gelegt wird.

Ich bediene mich nun dem Kommunikationsquadrat, um aufzuschlüsseln, was ich mit «Trinken wir einen Kaffee?» meinen könnte, wenn du ihn von mir hörst.

Da gibt es die Sachebene. «Ich möchte mit dir Kaffee trinken». Stimmt natürlich, aber Kaffee ist bei mir höchstens Morgens bis 8:00 die Priorität, wenn ich mich effektiv müde fühle und das Gefühl habe, einen Kaffee zu brauchen, um wach zu werden.

Bezüglich der Apellseite: Ja, es kommt vor, dass ich über Thema X reden möchte, oder dass ich das Gefühl habe, du brauchst mal wieder eine Pause und hast zu lange am Stück gearbeitet. Aber selten ist diese Nachricht im Vordergrund.

Dann bleibt noch die Beziehungsseite und die Selbstoffenbarung. Und genau die ist bei mir zentral, beim «Trinken wir einen Kaffee?». Oft möchte ich dir vermutlich einfach nur Folgendes sagen:

  • Du bedeutest mir was, ich möchte mit dir Zeit verbringen.
  • Du bist eine spannende Person, ich möchte mehr von dir erfahren.
  • Du ergänzt mich, ich möchte von dir lernen.

Derartige Kaffeemaschinen Momente machen mich glücklich und bereichern meinen Alltag. Es hat für mich einen unschätzbaren Wert, wenn Menschen mir vertrauen, sich Zeit nehmen und sich mir gegenüber öffnen und dadurch aus einer Zweckgemeinschaft (wir arbeiten beim gleichen Arbeitgeber) eine Beziehung entsteht (wir mögen und schätzen einander).

Und genau diese Beziehung ist für mich die zwingende Basis für jegliche Zusammenarbeit, besonders in Projekten. Ohne Beziehung ist bei einem Projekt der Terminplan, das Pflichtenheft, das Controlling etc. im Vordergrund. Mit Beziehung überwiegt die Zusammenarbeit im Team am gleichen Ziel und schlussendlich ganz einfach der Spass an der Arbeit.

Ja, die Zeit an der Kaffeemaschine ist leider «unverrechenbar». Ich kann den Aufschrei nur erahnen, würde ich in einem Leistungsauszug an den Kunden eine halbe Stunde verrechnen mit dem Kommentar «Kaffee trinken». Und doch bin ich der tiefen Überzeugung, dass jede Minute an der Kaffeemaschine für mein Projekt ein Vielfaches an Stunden und Kosten einspart, einfach dadurch, dass sich Menschen ernst genommen fühlen und Beziehungen gepflegt werden.

Du trinkst keinen Kaffee? Dann such dir etwas Anderes aus: Bier, Tee, Zigaretten, Mittagessen, Ping-Pong, Töggelikasten… auch eine einfache Teams Nachricht oder ein Anruf ohne Agenda kann das ehrliche Interesse an einer Person ausdrücken.

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