Ich will einen Plan

«Mach mir einen Plan, damit ich sehe, wann das Projekt abgeschlossen ist.»

Was mache ich nun als pflichtbewusster Projektleiter?

Ich erstelle eine abschliessende Liste der Arbeiten, die noch zu erledigen sind. Danach stelle ich sicher, dass die Arbeiten detailliert genug beschrieben sind, damit sie in der Dauer abgeschätzt werden können. Anschliessend plane ich die abgeschätzten Arbeiten auf der Zeitschiene ein, unter Berücksichtigung von Risikopuffer und Abhängigkeiten. Daraus ergibt sich der Endtermin.

Der Antragsteller ist zufrieden, er hat bekommen, was er will. Und zwar nicht primär die Planung an sich, sondern die durch den Plan und den Termin sichtbar gewordene Sicherheit, Kontrolle und Orientierung!

Wie tragfähig ist diese Sicherheit wirklich? Sie ist instabil, auf Sand gebaut. Niemand hat eine Glaskugel, kann die Zukunft voraussehen. Jede Planung, so genau man alle Eventualitäten versucht abzubilden, basiert immer auf Annahmen und Schätzungen. Die sich in Zukunft ergebenden, garantierten Veränderungen sind nicht berücksichtigt.

Und doch erlebe ich in der Praxis oft, wie dieses Bedürfnis nach Sicherheit oft durch einen Projektplan ‚befriedigt‘ werden soll. Das hat kürzlich sogar dazu geführt, dass mir durch das Management befohlen wurde, bis Ende Woche eben einen solchen Plan zu machen. Und dies entgegen der Tatsache, dass die Voraussetzungen für einen Plan (z.B. abschliessend und im Detail beschriebene Anforderungen) nicht vorlagen. Gleichzeitig wurde aber nicht nur der Plan gefordert, sondern gleich auch noch definiert, bei was für einem Enddatum der Plan, bzw. das Projekt zu enden hat. Für mich ein unglaublich starker Ausdruck des Bedürfnis, ja Verlangen nach Sicherheit. Sicherheit, die in der Ausprägung eines Plans, der den eigenen Wunschtermin bestätigt, daherkommen soll.

Je grösser die Unsicherheit, desto grösser oft das Bedürfnis nach Zahlen, plänen und fixen Terminen. Doch was, wenn genau diese Zahlen nur eine trügerische Sicherheit erzeugen? Genau darüber spreche ich in meinem Talk «War on Numbers» an der Empower Conference 2026.

9 points in project satisfaction, 4 hours to implement, 85% billability.


We worship numbers!

They promise clarity, control and predictability.
In a world of uncertainty, KPIs feel like solid ground.

But what if that safety is an illusion?

This session challenges your reflex to measure and invites you to explore the beauty and opportunities that uncertainty holds. Instead of relying on artificial predictability, you’ll explore a different approach.

Drawing from years of real project experience, I share stories that reveal a different pattern: successful projects are not driven by numbers.

Because not everything that counts, can be counted.

Melde dich hier an, um Zahlen in einem völlig neuen Licht zu sehen!

  • Michael Lutz

    IT Projektleiter bei der isolutions AG. Begeistert von Menschen und Technik.


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