Du hast deinem Kunden schon mehrere Mal erklärt, wie das gewählte Projektvorgehen aussieht. Aber die soeben gestellte Frage im Meeting zeigt dir, es ist nicht angekommen 🙄.
Dein Kunde beharrt darauf, 50’000 Franken auszugeben um 50 Franken im Monat zu sparen 😡.
Dein Kunde bezahlt dich teuer als Experte, lässt dir aber keinen Spielraum, kennt und bestimmt die ‚beste‘, technische Lösung 🤬.
Wie reagiere ich als Projektleiter auf solche Situationen? Innerlich lache ich manchmal ungläubig, ärgere mich, denke mir, dass ich ‚im falschen Film‘ bin. Zwingend nur innerlich! Die berechtigte Erwartung an mich als Profi ist, dass ich ungeachtet der Situation konstant höflich, ruhig bleibe, Verständnis für mein Gegenüber habe, immer respektvoll und in einem angenehmen Ton kommuniziere. Und dass ich in Lösungen und nicht in Problemen denke.
Diese Taktik habe ich für mich ’smile and wave‘ genannt, analog der Pinguine aus dem Film Madagascar. Also äusserlich konstant den Schein bewahren, gute Miene zum bösen Spiel machen, eben lächeln und winken, aber gleichzeitig im Hintergrund immer einen Plan ausarbeiten, Möglichkeiten ausloten für Kurskorrektur.
Wir Projektleiter sind auch im Alltag Profis in ’smile and wave‘. Jedes IT Projekt hat zum Ziel, dass etwas entsteht, was unbekannt und neu ist (sonst gäbe es kein Projekt). Die technischen Lösungsmöglichkeiten sind unendlich vielfältig, in einer enormen Bandbreite an Branchen. Es ist schlicht unmöglich, als Projektleiter alles nur im Ansatz zu kennen. Gleichzeitig sind aber in jedem meiner Projektteams bewusst Spezialisten mit dabei, die Fachgebiet oder Disziplin am Besten kennen, um den Projekterfolg sicherzustellen.
Deshalb passiert es nicht wenig, dass ich in gefühlter ‚totaler Ahnungslosigkeit‘ in Meetings bin, noch nicht wirklich verstehe, um was es geht, zuhöre, nicke (smile and wave). Auch hier passen die Pinguine von Madagascar hervorragend als Bild für das Projektteam. Denn während ich als Projektleiter sozusagen ‚vorne das gewünschte Bild abgebe‘, Sicherheit ausstrahle, arbeitet mein Team im Hintergrund, gräbt Löcher, hat mal mehr, mal weniger einen Plan, sucht unkonventionelle Lösungen, versucht, aber vor allem: MACHT. Denn über erfolgreiche Projekte wird nicht geredet, sie werden nicht geschrieben, sie werden gemacht.
Und darum liebe ich meinen Job! Ich bin nie allein. Es gibt immer Menschen, die sich gegenseitig ergänzen und unterstützen, ein Team aus Profis. Da ist immer Zusammenarbeit. Und wo zusammen und nicht gegeneinander gearbeitet wird, entsteht Grosses. Und genau das gibt mir in meinem Alltag die Sicherheit, als Projektleiter dazustehen, zu winken und zu lachen.
Happy Projektleitung, happy ’smile and wave‘!
Kommentare